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Wie kaufe ich einen guten Tischtennis-Schläger

Kauf eines Tischtennis-Schlägers – was ist zu beachten?

Wer als Freizeit- oder Vereinsspieler anfängt, regelmäßig Tischtennis zu spielen und sich dann auch einen eigenen Schläger zulegen möchte, steht zunächst vor der Frage, welcher Tischtennis-Schläger für ihn/sie denn überhaupt geeignet wäre.
Diese Frage ist im Tischtennis leider gar nicht so einfach zu beantworten. Um zu erklären, wieso dies so ist, wollen wir erst einmal erklären, wie so ein Tischtennis-Schläger genau aufgebaut ist:

Ein fertiger Tischtennis-Schläger (hier ist der spinfactory-Fertigschläger Komfort abgebildet) besteht aus den Einzelkomponenten Holz, zwei Belägen und meist auch einem Kantenband.

Ein Tischtennis-Schläger besteht grundsätzlich aus drei Komponenten:

  1. einem Tischtennis-Holz
  2. einem Tischtennis-Vorhandbelag
  3. einem Tischtennisrückhandbelag

Während es bis vor einiger Zeit vorgeschrieben war, einen roten und einen schwarzen Belag einzusetzen, sind nun auf farbige Tischtennisbeläge zugelassen.

Nun gibt es in diesen beiden Bereichen eine extrem große Anzahl verschiedener Produkte unterschiedlicher Marken. Wir von haben beispielsweise über 450 verschiedene Beläge und über 400 verschiedene Hölzer im Sortiment. Diese haben untereinander teilweise recht ähnliche, teilweise aber auch ganz unterschiedliche Spieleigenschaften.

Die für die allermeisten Tischtennis-Spieler wohl wichtigsten Eigenschaften eines Tischtennis-Schlägers sind die Geschwindigkeit und die Rotationsentwicklung. Letzteres meint die Möglichkeit dem Ball Effet/Spin/Schnitt zu verleihen – oder ihn „anzuschnibbeln“ - bzw. auf den Spin des gegnerischen Balles zu reagieren.

Die enorme Anzahl an unterschiedlichen Hölzern und Belägen sorgt natürlich dafür, dass die Menge an Möglichkeiten, diese verschiedenen Komponenten jeweils miteinander zu kombinieren, schier unendlich ist. Bei uns beispielsweise käme man auf knapp 85 Millionen (!!!) verschiedene Kombinationen von einem Holz und zwei Belägen, wobei dabei sogar noch außer Acht gelassen wird, dass die allermeisten Beläge zusätzlich noch in verschiedenen Schwammdicken – ein Belag besteht für gewöhnlich aus einem (rot oder schwarz gefärbten) Obergummi und einem Schwamm, der auf das Holz geklebt wird - und Hölzer häufig in unterschiedlichen Griffformen erhältlich sind.

Es ist also völlig verständlich, dass man bei der Suche nach dem richtigen „Material“ schnell den Überblick verliert – oder oft auch gar nicht erst gewinnt. Auch erfahrene langjährige Tischtennis-Spieler haben in den seltensten Fällen einen ansatzweise umfassende Kenntnis über alle angebotenen Produkte, geschweige denn einen größeren Teil auch selbst getestet, sondern schränken die Auswahl durch einen für sich selbst gesetzten „Filter“ - beispielsweise die Wahl einer bestimmten Marke oder eines Belag-Typs – ein. Viele Spieler bleiben auch einfach dem alt- bewährten Material treu.

Diese Erfahrungswerte fehlen Neu- oder Wiedereinsteigern natürlich größtenteils, sodass es für sie grob umrissen eigentlich nur drei Möglichkeiten gibt:

  1. Blind irgendeine Kombination aus Holz und Belägen kaufen
    diese Strategie könnte angewendet werden, da die Produktbeschreibungen oder Erfahrungsbericht in Foren etc. gut klingen. Aus unserer Sicht ein ziemlicher Schuss ins Blaue und keine gute Wahl. Die genannten Quellen können zwar durchaus hilfreich sein, sind aber häufig eher undifferenziert – v.a. bei den Produktbeschreibungen der Hersteller – oder sehr subjektiv. Zudem ist auch der eigene Spielstil zwangsläufig noch nicht so stabil und stark ausgeprägt, dass man genau beurteilen könnte, welcher Belag oder welches Holz jetzt wirklich zu einem passt.

  2. Beratung bei einem Tischtennis-Händler einholen und von/mit diesem einen Schläger zusammenstellen lassen

    Sicherlich eine bessere Option und durchaus möglich. Doch Vorsicht: Viele Händler arbeiten eng mit bestimmten Herstellern zusammen und wollen daher gerne die Produkte eben dieser Marke verkaufen, auch wenn es ggf. bessere, geeignetere oder auch günstigere Alternativen gäbe. Natürlich ist dies nicht bei allen Händlern der Fall und viele beraten auch sehr gut und gewissenhaft. Wir zum Beispiel sind an keine bestimmte Marke gebunden und freuen uns sehr, Eure Fragen an info@spinfactory.de oder über unser Kontaktformular bestmöglich zu beantworten.
    Doch auch nach einer guten Beratung fällt die richtige Wahl dann oft nicht leicht. Die Auswahl ist immer noch sehr groß und, wie schon in Punkt 1 erwähnt – der eigene Spielstil hat sich noch nicht so stark herauskristallisiert. So dauert der Entscheidungsprozess oft relativ lange – erst recht, wenn man bei dem Händler des Vertrauens auch noch einige Optionen austestet – und führt vermutlich am Ende dennoch nicht zu einem Volltreffer.
    Daher entscheiden sich viele Tischtennis-Spieler, die sich recht neu im Verein angemeldet haben oder in der Freizeit regelmäßiger zum Schläger greifen wollen, für die Variante

  3. Einen bereits fertig zusammengestellten Schläger kaufen

    Dies erleichtert die Auswahl natürlich erheblich und – was am wichtigsten ist – man hat sehr schnell den eigenen Schläger in der Hand und kann loslegen! Doch auch hierbei hat man durchaus verschiedene Optionen. Die grundlegendste Frage ist die, ob man sich für einen Tischtennis-Schläger aus einem Sportgeschäft oder Kaufhaus oder einen Fertigschläger eines Tischtennis-Fachhändlers entscheiden soll. Und genau dieser Frage wollen wir im nächsten Abschnitt genauer widmen.

Kaufhausschläger vs. Fertigschläger – was sind die Unterschiede?

Zunächst müssen wir gestehen, dass die beiden verwendeten Begriffe nicht ganz klar bzw. etwas missverständlich sind. Zum einen sind auch Kaufhausschläger „fertig“, zum anderen bieten auch viele Tischtennis-Fachhändler solche „Kaufhausschläger“ an. Dennoch halten wir die Unterteilung in diese beiden Begriffe grundsätzlich für sinnvoll.

Unter Kaufhausschlägern verstehen wir Tischtennis-Schläger, die zwar von etablierten Tischtennis-Marken, aber ausschließlich für den Freizeitbereich und daher zumeist in Kaufhäusern oder Sportgeschäften angeboten werden. Die Produktion wird dabei häufig gar nicht von den Marken selbst, sondern von anderen Firmen, die sich auf die Herstellung diverser Freizeit- oder „Funsport“-Produkte spezialisiert haben, vorgenommen. Die Schläger landen dann schon fertig verpackt und verschweißt bei den Händlern und Geschäften – teilweise noch ergänzt um ein paar Bälle, die ebenfalls nur für den Freizeitbereich gedacht und geeignet sind. An der Verpackung ist ein solcher Schläger auch für einen Laien gut erkennbar, da es für einen Tischtennis-Fachhändler recht sinnlos wäre, einen eigens zusammengestellten und montieren Schläger vor dessen Verkauf noch aufwändig zu verpacken oder sogar zu verschweißen.

Ein anderer Anhaltspunkt ist der Name. Kaufhausschläger werden häufig mit Namen versehen, die den Anschein erwecken sollen, es handele sich dabei um ein extrem hochwertiges Produkt. Dafür verwenden die Tischtennismarken zumeist die Namen von recht bekannten aktuellen oder ehemaligen Tischtennis-Profis, die bei diesen Marken unter Vertrag stehen. Klassische Beispiele hierfür in Deutschland sind Timo Boll, Jan-Ove Waldner, Jörg Roßkopf oder Dimitrij Ovtcharov.

Sicherlich werdet Ihr schon zwischen den Zeilen recht deutlich erkannt haben, welche der beiden Schlägervarianten wir für die bessere und sinnvollere halten. Das ist natürlich nicht unbedingt verwunderlich, da wir selbst keine Kaufhausschläger, sondern nur eigens montierte Fertigschläger anbieten.
Um bei Euch nicht den Anschein zu erwecken, dass wir nur aus Eigennutz und inhaltlich völlig unbegründet Kaufhausschläger-Bashing betreiben, um unsere Produkte irgendwie an den Mann zu bekommen, wollen wir jetzt darauf eingehen, wieso wir einen Fertigschläger eines Tischtennis-Fachhändlers im Vergleich zu einem Kaufhausschläger für die wesentlich bessere Wahl halten.

Vorteile eines Fertigschlägers gegenüber einem Kaufhausschläger

  1. Im direkten Vergleich wird auch Spielern, die noch nicht allzu lange Tischtennis spielen, schnell auffallen, dass der Fertigschläger eines Tischtennis-Fachhändlers im Vergleich mit einem Kaufhausschläger deutlich bessere Spieleigenschaften aufweist. Während das höhere Tempo zu Anfang vielleicht noch etwas ungewohnt ist – insbesondere, wenn man bisher nur mit einem Kaufhausschläger gespielt hat – eröffnet die deutlich bessere Rotationsentwicklung schnell neue spielerische Möglichkeiten. Diese mag auch bei einem Kaufhausschläger zu Beginn noch ganz ordentlich sein, nimmt aber mit der Zeit sehr schnell ab.

  2. Dies hängt auch damit zusammen, dass bei einem Kaufhausschläger nahezu ausschließlich Materialien verwendet werden, die nur für den Freizeitbereich gedacht sind. Im Gegensatz dazu besteht ein Fertigschläger aus Wettkampfmaterial, also Hölzern und Belägen, die auch von langjährigen Vereinsspielern benutzt werden. Diese sind qualitativ besser, deutlich langlebiger und ermöglichen Schlagtechniken, die mit einem Kaufhausschläger kaum funktionieren werden.

  3. Tischtennis-Marken reißen sich bei der Planung ihrer Kaufhausschläger nicht unbedingt ein Bein aus und halten die Produktion möglichst einfach und günstig. Das sieht man auch daran, dass all diese Schläger die gleichen Beläge in der gleichen Schwammstärke für die Vor- und Rückhand verwenden. Dies ist aus unserer Sicht nicht besonders sinnvoll, da die meisten Tischtennis-Anfänger  und Freizeitspieler eine deutlich dominante Seite haben, während der Ball mit der anderen Seite eher im Spiel gehalten werden soll. Daher sind Holz und Beläge bei unseren Fertigschlägern gut aufeinander abgestimmt. Da bei vielen Spielern die Vorhand im Vergleich zur Rückhand offensiver gespielt wird, ist der rote Belag unserer Fertigschläger stets schneller und dicker als der schwarze. Für Spieler, die lieber mit der Rückhand Druck machen, ist dies aber auch kein Problem. Da die Hölzer symmetrisch aufgebaut sind, kann der Schläger einfach gedreht und der schnellere, rote Belag einfach auf der Rückhand gespielt werden.

  4. Während Tischtennis-Hölzer über die Jahre zwar ein bisschen weicher und langsamer werden, aber an sich nicht an Qualität einbüßen, nutzt sich insbesondere das Obergummi des Belags durch die Reibung mit dem Ball und natürliche Alterung ab. Der Belag verliert dadurch etwas an Dynamik, wird aber vor allen Dingen deutlich glatter und kann immer weniger Spin erzeugen. Daher sollten Tischtennis-Beläge – je nachdem, wie häufig und intensiv man spielt – auch hin und wieder gewechselt werden.
    Bei Kaufhausschlägern stellt dies ein Problem dar. Da sie in einer Massenproduktion zumeist maschinell hergestellt werden, erfolgt die Montage der Beläge auf das Holz mit Industriekleber. Dieser sorgt dafür, dass sich Belag und Holz nicht mehr voneinander lösen lassen, was während des Spielens natürlich sinnvoll, für einen Belagwechsel aber suboptimal ist bzw. einen solchen vielmehr unmöglich macht. Daher muss, sobald die Beläge abgespielt sind, gleich der komplette Schläger ausgetauscht werden.
    Bei einem Fertigschläger aus dem Fachgeschäft ist das anders: Ein Belagwechsel ist hier problemlos möglich. Die Schläger werden von uns (oder anderen Fachhändlern) eigenhändig zusammengestellt und mit speziellem Tischtennis-Kleber montiert. Holz und Belag halten zwar fest zusammen, können aber auch problemlos voneinander gelöst und der Belag ausgetauscht werden. So kann man das bewährte, eingespielte Holz weiterhin spielen und mit den gleichen Belägen neu bekleben lassen. Alternativ ist – wenn sich beispielsweise das Spielsystem etwas verändert hat oder Schlagtechniken stabiler geworden sind – auch der Umstieg auf andere Beläge denkbar.

  5. Für einen solchen Belagwechsel ist in den meisten Fällen eine gute und fachmännische Beratung hilfreich. In einem Kaufhaus oder allgemeinen Sportgeschäft werdet ihr aber quasi nie auf einen Verkäufer treffen, der selbst Tischtennis spielt und/oder Ahnung von Hölzern und Belägen hat. Wir von hingegen haben seit über 18 Jahren Erfahrung und Know-how rund um den Verkauf von Tischtennis-Materialien gesammelt, spielen allesamt – teilweise noch deutlich länger – aktiv im Verein und geben unser Wissen sehr gerne an unsere Kunden weiter. Zudem habt ihr selbst durch das Spielen eines Fertigschlägers bereits erste wichtige Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt und könnt diese für die künftige Material-Suche nutzen.